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Meierrecht
Meierrecht

Das Meierrecht löst die-> Villication ab. Wann dies genau geschehen ist, ist unklar.

Die Überlassung solcher Bauerngüter vom >>Grundherren an der Meier nannte man meierweise austun. Der wahre Eigentümer des Meiergutes blieb der Grundherr(Gutsherr) und an ihn hat der Meier die jährlich immer wiederkehrenden Abgaben vor allem an Feldfrüchten zu leisten. Jede Veränderung in der Substanz des Hofes, meist auch der Gebäude, bedurfte der Genehmigung des Grundherren. Der Meier besaß keinerlei Verfügungsrecht über den von ihm bewirtschafteten Hof.

Zu diesem Zwecke des meierweisen Austuns wurden Urkunden ausgestellt, die sogenannten Meierbriefe. Nach einer in dem Meierbrief angegebenen Frist fiel das Meiergut wieder an den Grundherren zurück, der es dann wieder an eine andere Person meierweise austun konnte. Häufig blieb der Grundherr beim weiter vermeiern beim gleichen Meier oder nach dessen Tod vermeierte der Grundherr an dessen Sohn oder Enkel. In diesem Falle mussten die Erben des Meiers    für die weitere Überlassung des Hofes dem Grundherren ein Opfer bringen, das von der Willkür des Grundherren abhängig war. Praktisch war es dem Grundherren möglich, dem Erben auch das letzte Nachlassstück abzunehmen. Man nannte dies Baulehnung und Baulebung (buwlenige und buwdelinge, was eigentlich von mittelhochdeutsch budelen , d.h. den beweglichen Nachlaß mit dem Herrn teilen stammt. Der Grundherr nahm sich auch das Besthaupt , nämlich das beste Stück Vieh aus dem Stall (Pferd, Kuh oder Schwein oderz.B. das beste Gewand.

Wollte ein Bauer heiraten, so bedurfte er, da er Unfreier war, der Zustimmung des Grundherren, der seine Erlaubnis nun wieder von einer besonderen Heiratsabgabe, dem >>Bedemund (beden=bitten) abhängig machte.

Starb ein Meir ohne Erben, so fiel der Meierhof an den Grundherren zurück. Wenn der Meier versäumte nach 9 Jahren  um eine erneute Bemeierung nachzusuchen oder wenn er mehrere Jahre nicht den Meierzins zahlte oder gar Teile des Meiergutes veräußerte, konnte ihm der Hof genommen werden (Abmeiern). Konnte der Grundherr „Eigenbedarf“ anmelden, war Abmeiern aber nur nach Gerichtsbeschluß möglich.

Mit dem Receß vom 17. Mai 1433 veranlasst durch Herzog Heinrich den Friedsamen werden die Rechte der Bauern gegenüber den Grundherren gestärkt. Mit diesem Receß wurde die Leibeigenschaft im Herzogtum Braunschweig praktisch aufgehoben. Im Todesfall des Meiers konnte der Grundherr z.B. nur das Zweitbest nehmen. Der Opens internal link in current windowBedemund wurde auf eine mindere Höhe beschränkt.

Die Rechte des Meiers wurden später durch die Polizeiverordnung vom Januar 1563 von Herzog Heinrich dem Jüngeren weiter gestärkt. Insbesondere wurde die Laufzeit der Meierbriefe von 6 auf 9 Jahre verlängert und bei der neuen Bemeierung durfte der Meierzins nicht erhöht werden. Auch die Landtagsabschiede von 1597 und 1601 unter Herzog Heinrich Julius weiten den Schutz der Bauernschaft weiter aus.

Das Meierecht wurde mit der Separation beendet.

-RZ-