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M
Majorat

Das Majorat bedeutet bei der Vererbung den Vorzug des höheren Alters vor dem geringeren. -> Anerbenrecht-RZ-

Markgenossenschaft

 Zu ihr gehörten die Bauern, die an der Allmende nutzungsberechtigt waren (Reiheberechtigte). Sie wurden im 19. Jh. abgeschafft und durch die umfassenderen Feldmark- und Forstinteressentschaften abgelöst. 

Marktflecken - Marktdorf

Ein bestimmter Ort, an dem sich Käufer und Verkäufer zu einer festgesetzten Zeit trafen. Um diesen Ort, der häufig an Schnittpunkten der wichtigen Straßen, Fußwegen, Burgen, Klöstern usw. lag, bildeten sich Siedlungen. Diese waren mit besonderen Marktrechten (Marktfrieden) von der Obrigkeit ausgestatten worden (Marktregal). Hieraus entwickelten sich Tages-, Wochen- und Jahrmärkte. Eine solche Siedlung wurde auch als Marktflecken oder Marktdorf bezeichnet.

-RH

Marsch, Masch

Die March ist eine Niederung, niedrig gelegenes nasses Wiesen- und Weideland.-RZs-

Meier(hof)

Meier war die Person, der nach dem -> Meierrecht vom Gutsherren die Bewirtschaftung eines bäuerlichen Anwesens, das sog. Meiergut für eine gewisse Zeit überlassen wurde.

Mit Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu verschiedenen Grundherren gebrauchte man bis ins 19. Jh. hinein die Bezeichnungen

wie Cammermeier (herzogliche Kammer als Grundherr), Kirchenmeier, Klostermeier, Pfarrmeier und Bürgermeier, auch Burgmeier (Grundherr war  Bürger einer Stadt , zumeist Patrizier).

-RZ-

Meierrecht

Das Meierrecht löst die-> Villication ab. Wann dies genau geschehen ist, ist unklar.

Die Überlassung solcher Bauerngüter vom >>Grundherren an der Meier nannte man meierweise austun. Der wahre Eigentümer des Meiergutes blieb der Grundherr(Gutsherr) und an ihn hat der Meier die jährlich immer wiederkehrenden Abgaben vor allem an Feldfrüchten zu leisten. Jede Veränderung in der Substanz des Hofes, meist auch der Gebäude, bedurfte der Genehmigung des Grundherren. Der Meier besaß keinerlei Verfügungsrecht über den von ihm bewirtschafteten Hof.

Zu diesem Zwecke des meierweisen Austuns wurden Urkunden ausgestellt, die sogenannten Meierbriefe. Nach einer in dem Meierbrief angegebenen Frist fiel das Meiergut wieder an den Grundherren zurück, der es dann wieder an eine andere Person meierweise austun konnte. Häufig blieb der Grundherr beim weiter vermeiern beim gleichen Meier oder nach dessen Tod vermeierte der Grundherr an dessen Sohn oder Enkel. In diesem Falle mussten die Erben des Meiers    für die weitere Überlassung des Hofes dem Grundherren ein Opfer bringen, das von der Willkür des Grundherren abhängig war. Praktisch war es dem Grundherren möglich, dem Erben auch das letzte Nachlassstück abzunehmen. Man nannte dies Baulehnung und Baulebung (buwlenige und buwdelinge, was eigentlich von mittelhochdeutsch budelen , d.h. den beweglichen Nachlaß mit dem Herrn teilen stammt. Der Grundherr nahm sich auch das Besthaupt , nämlich das beste Stück Vieh aus dem Stall (Pferd, Kuh oder Schwein oderz.B. das beste Gewand.

Wollte ein Bauer heiraten, so bedurfte er, da er Unfreier war, der Zustimmung des Grundherren, der seine Erlaubnis nun wieder von einer besonderen Heiratsabgabe, dem >>Bedemund (beden=bitten) abhängig machte.

Starb ein Meir ohne Erben, so fiel der Meierhof an den Grundherren zurück. Wenn der Meier versäumte nach 9 Jahren  um eine erneute Bemeierung nachzusuchen oder wenn er mehrere Jahre nicht den Meierzins zahlte oder gar Teile des Meiergutes veräußerte, konnte ihm der Hof genommen werden (Abmeiern). Konnte der Grundherr „Eigenbedarf“ anmelden, war Abmeiern aber nur nach Gerichtsbeschluß möglich.

Mit dem Receß vom 17. Mai 1433 veranlasst durch Herzog Heinrich den Friedsamen werden die Rechte der Bauern gegenüber den Grundherren gestärkt. Mit diesem Receß wurde die Leibeigenschaft im Herzogtum Braunschweig praktisch aufgehoben. Im Todesfall des Meiers konnte der Grundherr z.B. nur das Zweitbest nehmen. Der Opens internal link in current windowBedemund wurde auf eine mindere Höhe beschränkt.

Die Rechte des Meiers wurden später durch die Polizeiverordnung vom Januar 1563 von Herzog Heinrich dem Jüngeren weiter gestärkt. Insbesondere wurde die Laufzeit der Meierbriefe von 6 auf 9 Jahre verlängert und bei der neuen Bemeierung durfte der Meierzins nicht erhöht werden. Auch die Landtagsabschiede von 1597 und 1601 unter Herzog Heinrich Julius weiten den Schutz der Bauernschaft weiter aus.

Das Meierecht wurde mit der Separation beendet.

-RZ-

 

 

Meierzins, Hofzins

 Er wurde teils in natura (Roggen, Gerste und Hafer) und teils in Geld, oft in unterschiedlicher Höhe, an den Grundherrn gezahlt.

Moor

Unter einem Moor versteht man  ein nasses, sumpfiges Gelände, auch Schlamm, Schmutz, nicht unbedingt ein Niederungs- oder Hochmoor.-RZs-

Morgen

Ein Morgen war ursprünglich eine Flächengröße, die von Dorf zu Dorf und sogar innerhalb einer Gemarkung unterschiedlich groß sein konnte. In der 2. Hälfte des 18. Jhs., im Herzogtum Braunschweig im Zuge der Generallandesvermessung, setzten die Fürsten gewisse Normen, die aber im Deutschen Reich immer noch unterschiedlich waren und noch nicht auf allgemein gültigen und festen Längenmaßen beruhten. Erst durch die Maß- und Gewichtsordnung vom 30. März 1837 wurden geeichte Maße festgesetzt. 1868 führte schließlich der Norddeutsche Bund und 1869 das Herzogtum Braunschweig einheitliche Maße im metrischen System ein. Seitdem galt: 1 Feldmorgen =  2501,582 m2 und 1 Waldmorgen = 3335,443 m2.

->Flächenmaße

-RZs-

Münzen, Währung

Die Währungen in Deutschlands Vergangenheit sind schwer zu überschauen. Ebenso ist eine Umrechnung der damaligen Werte in mit heute vergleichbaren nur unter größtem Aufwand für die jeweiligen Zeiten und Orte möglich. Die Einkommensverhältnisse, die Lebensbedingungen und bedürfnisse waren in den vergangenen Jahrhunderten völlig anders als heute. Hier eine grobe Zusammenstellung der wichtigsten Währungen und Münzen:

9. – 14 Jahrhundert

Die Leitwährungen waren Mark und Pfennig (lateinisch: denarius). Die Münzen waren Silbermünzen unterschiedlichen Gewichts, die aus „einer Mark lötigen Silbers“

Geschlagen wurden, und unter lötigem Silber verstand man Silber mit einem bestimmten vorgeschriebene Silbergehalt:

1 Mark             = 16 Lot

1 Lot               = 16 Pfennig

1 Pfennig             = 19 Ass

 

14.-19. Jahrhundert

 

Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Silberwährung (Mark, Pfennig) durch die Goldwährung (Gulden) abgelöst. Es gab in Deutschland wieder viele Guldenprägungen von sehr unterschiedlichem Wert Da bereits 1252 der erste Goldgulden aus Florenz kam, der sogenannte Florentiner, verwendete man bald die Abkürzung FL für Gulden oder Floren. Seit dem 16. Jahrhundert setzten sich der Mariengroschen (MG) und der Fürstengroschen (Gute Groschen) durch. Der Name Groschen stammt von grossus denarius gleich dicker oder großer Pfennig.

Seit dem 15./16. Jahrhundert stand neben der Goldwährung wieder eine Silberwährung (Taler), die ihren Namen von der böhmischen Münzstätte Joachimsthal bekam. In Braunschweig wurde der erste Taler 1531 geprägt. Der Reichsthaler (Rth) wurde die Leitwährung ab Mitte des 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Er war ebenfalls in Groschen und dieser in Pfennige unterteilt.

 

1 Taler                        = 24 Gute Groschen             = 288 Pfennige

1 Gute Groschen                                                     =   12 Pfennige

1 Taler                        = 36 Mariengroschen           = 288 Pfennige

1 Mariengulden         = 20 Mariengroschen

1 Mariengroschen                                                     =   8 Pfennige

 

1837 wurden im Braunschweiger Land die Münzen und 1869 deren Gewicht festgesetzt:

 

1 Mark Münzgewicht = 256 Pfennig       = ½ Pfund = 16 Lot

= 64 Quentchen = 288 Gran = 4864 Ass   = 233,855 Gramm

 

1 Quentchen              = 4 Pfennig                   =  3,654        Gramm

1 Pfennig                   = 19 Ass                       =   0,913496 Gramm

1 Ass                                                               = 48,07874   Milligramm

1 Unze                        = 8 Drachmen              = 29,232        Gramm

1 Drachme                = 3 Skrupel                    =   3,654        Gramm

1 Skrupel                   = 20 Gran                     =   1,218        Gramm

1 Gran                                                            = 60,9            Milligramm

 

 

1871 wurde durch die Reichsmünzreform die Mark zu 100 Pfennigen eingeführt: 1 Reichsthaler = 3 Mark.

 -RZ-

Münzfuß

Der Münzfuß ist die Anzahl der Münzen, die aus einer bestimmten Gewichtseinheit, in der Regel aus 1Kg Feingold, geprägt wird. Die für die Festigkeit der Münzen notwendige Beimengung anderer Metalle ist ebenfalls geregelt. Im Dt. Reich wurden bis 1914 aus 1kg Feingold 279 Münzen zu je 10 Mark geschlagen.-RZ-

Münzwardein

Wardein aus mlat. guardianus- Aufsichtsführender-, Münzwardein war im MA. der für die Prüfung von Feinheit und Gewicht der Mpnzen verantwortliche Aufseher über die Münzstätte. Er war auch oft Bergbeamter.-RZ-