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H
Hagen

Hagen ist ein eingefriedetes Feld- oder Grundstück, aber auch Grenzhecke, Dornzaun, Busch, Hain, Gehölz.-RZs-

Halbspännerhof, Halbmeierhof

Halbspänner besaßen etwa 2 Hufen = 60 Morgen Land und ein halbes Gespann, also 2 Pferde. Später (im17.Jh.) haben viele Halbspänner schon 4 bis 6 Pferde.-RZ-

Hand- und Spanndienste

Die Hand- und Spanndienste gehörten neben dem Zehnten jahrhundertelang zu den drückenden Lasten, die der Bauer zu tragen hatte.

Mit dem Regierungsantritt von Herzog Heinrich dem Jüngeren werden die Dienste erhöht. Erfordert 1533 zum ersten Male den eintägigen Wochendienst. Allmählich wurde dann der zweitägige Wochendienst für die meisten allgemein.

Im Reglement von 1722 heißt es dann, dass Ackerleute oder Bürgermeyer zwei Tage, die Halbspänner einen Tag, die Kothleute zwei Tage wöchentlich, die Brinksitzer aber nur einen Tag und die eingemieteten Häuslinge einen halben Tag zu dienen haben. Nicht abverlangte Hand- und Spanndienste wurden im allgemeinen durch ein Dienstgeld an den Berechtigten, also hier an das herzogliche Amt, sonst an die geistlichen Institutionen, die Ritter oder an den Rat der Stadt abgegolten, je nachdem, welcher von diesen Herrschaften der Dienst zustand.

Herrendienst musste dabei nicht etwa nur für den Ackerbau geleistet werden, sondern auch für Schiffbau, für Brennholzfuhren im Winter, für Fahren von Steinen, Kalk, Sand und Mergel. Das alles aber im Rahmen der üblichen Wochendienste. Zusätzlich finden wir dann noch wenige Dienst-Tage im Jahr zum Burgfesten. Das sind vor allem Baudienste für das Instandhalten der herrschaftlichen Gebäude im engeren und weiteren Sinne.

Die Verpflegung an solchen Dienst-Tagen liefert die Herrschaft.

-RZ-

Hei, Hey

 Hei ist ein eingehegtes, aber auch nicht eingehegtes Waldstück, besonders zur Holzkohlengewinnung ohne Weideberechtigung.-RZs-

Hof

In der Regel das eingehegte Wirtschaftsgrundstück (Hofstelle) eines landwirtschaftlichen Betriebes, aber auch allgemein eingefriedigter Raum (Garten, Grashof, Immenhof , Eickhof u. a., der auch am Ortsrand liegen kann).-RZs-

Hofbezeichnungen und Hofbesitzer

 Die Hofbesitzer gliederten sich in verschiedene „Klassen“, die entweder nach altem Herkommen oder durch spätere Festsetzungen entstanden.

Meier- und Kotsassenhöfe (im Braunschweigischen i. d. R. als „Köter“ bezeichnet) waren ursprünglich Begriffe für Höfe, die bestimmte Funktionen im Rahmen des Lehnswesens wahrzunehmen hatten. Ein Meier (villicus) war im frühen und hohen Mittelalter, d. h. bis in das 13. Jh., der Leiter einer Villikation, d. h. eines Wirtschaftsverbandes mit einem Herrenhof (Villikationshof, Fronhof) als Zentrum, der andere Höfe und Flächen in einer oder mehreren Gemarkungen in der Regel mit Hilfe von Kothöfen bewirtschaftete. Kothöfe können daher in einem Dorf älter als Meierhöfe sein. Die erste Erwähnung eines Kothofes im Braunschweiger Land stammt von 1106. Die Villikationen haben sich letztlich nicht bewährt. Sie wurden daher aufgelöst und die einzelnen Höfe als Meierhöfe, Halbmeier-/Halbspännerhöfe oder Kothöfe (Kotsassenhöfe) je nach den Rechten und Pflichten, die die Grundherren den Höfen zuwiesen,  „ausgetan“, d. h. verlehnt oder vergeben („vermeiert“). Im Laufe des Mittelalters brachten die Grundherren ihre Bauern  immer stärker in Abhängigkeit. Die Zuordnung wurde nun zu einer reinen Rechtsform der Vergabe, d. h. vor allem für die Einstufung in die Abgabenklassen, die natürlich in erster Linie von der Größe der Höfe, aber auch von alten Rechten abhingen. Die Begriffe Meier und Halbmeier wurden deshalb seit dem 16. Jh. durch die Begriffe Ackermann und Halbspänner abgelöst. Meier konnten nun z. B. „abgemeiert“, d. h. von Haus und Hof vertrieben werden, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkamen. -RZs-

Hofzins

-> Meierzins

Hohlmaße

Erst durch die Maß- und Gewichtsordnung vom 30. März 1837 wurden geeichte Maße im gesamten Herzogtum eingeführt. Sie beruhten auf den in Frankreich bereits eingeführten und dort geeichten Einheitsmaßen, dem Pariser Fuß zu 12 Pariser Linien. 1868 führten die Staaten des Norddeutschen Bundes das inzwischen entwickelte und in Frankreich bereits gültige metrische System ein. Und im Jahre 1869 gab das Braunschweig-Lüneburgische Staatsministerium  bekannt, wie die alten braunschweigischen Maße und Gewichte des Jahres 1837 in das neue System zu überführen sind

 

1 Malter Holz            = 80 Kubikfuß             = 1,85900 Kubikmeter

1 Wispel                   = 40 Himbten              = 1,24579 Kubikmeter

1 Faß Bier                = 104 Stübchen     = 390             Liter

1 Fäßchen                = 9 Krug  = 36 Ort  =   50             Liter

1 Oxthoft                   = 240 Quartier        = 224,84250 Liter

1 Ohm                       = 160 Quartier        = 149,89500 Liter

1 Scheffel                 = 4 Himbten            = 124,57908 Liter

1 Scheffel                   (20 Scheffel ca 8 dz)

1 Tonne                     = 108 Quartier        = 101,17913 Liter

1 Anker                      = 40 Quartier          =   37,47375 Liter

1 Himbten = 4 Vierfaß = 2316 Kubikzoll =   31,47375 Liter

1 Vierfaß            = ¼ Himbten= 16 Metzen  = 7,78619 Liter

1 Metze                      = 1/16 Himbten           = 1,94655 Liter

1 Quartier                                                        = 0,93684 Liter

1 Fuder                       = 78 Himbten

-RZ-

Hufe

 Eine Hufe war ursprünglich eine Besitzeinheit mit allen Reiherechten und erst später eine Rechnungsgröße, die je nach der Güte des Bodens und aus sonstigen Gründen von Dorf zu Dorf unterschiedlich groß sein konnte. Erst ab dem 16. Jh. setzten die Fürsten Normen für die Größe einer Hufe, die aber ebenfalls nicht einheitlich waren. Seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. wurde eine Hufe oft mit 30 Morgen angesetzt, wobei aber zu berücksichtigen ist, dass bis in das 19. Jh. hinein auch ein Morgen von Dorf zu Dorf, ja sogar innerhalb einer Gemarkung unterschiedlich groß sein konnte. -RZs-