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G
Getreidemaße

Die Getreidemaße waren im niedersächsischen Raum sehr unterschiedlich.

Die Maßgefäße (Himten und Scheffel) waren aber einem bestimmten Volumen zugeordnet.

Details in >Lit.3

In Braunschweig wurde 1837 der Himten zu 2316 Braunschweiger Kubikzoll = 31,145l festgelegt.

-RZ-

Gewann

Ein „Gewann“ war ursprünglich ein aus dem Urwald durch Rodung gewonnenes Feld, das unter den Bauern aufgeteilt wurde. In der GLV war eine Wanne nur ein Nummerierungsbezirk, der sich zwar räumlich an die alten Gewanne anlehnte, aber nicht völlig identisch sein musste. Die „Lose“ hatten damit nichts zu tun. Die Neuverteilung des Besitzes erfolgte allerdings durch Verlosung. Seit den Separationen im 19. Jh. änderten sich die Grenzen der Gewanne ständig und verloren damit ihre ursprüngliche Bedeutung. Heute teilt man eine Gemarkung nur noch nach Fluren ein.-RZs-

Gewichte

Bis ins 19. Jh. gabe es keine einheitlichen Maße. 

Erst durch die Maß- und Gewichtsordnung vom 30. März 1837 wurden geeichte Maße im gesamten Herzogtum eingeführt. Sie beruhten auf den in Frankreich bereits eingeführten und dort geeichten Einheitsmaßen, dem Pariser Fuß zu 12 Pariser Linien. 1868 führten die Staaten des Norddeutschen Bundes das inzwischen entwickelte und in Frankreich bereits gültige metrische System ein. Und im Jahre 1869 gab das Braunschweig-Lüneburgische Staatsministerium  bekannt, wie die alten braunschweigischen Maße und Gewichte des Jahres 1837 in das neue System zu überführen sind.

 

1 Schiffslast               = 4000 Pfund            =    1,870844 Tonnen

1 alter Zentner            = 100 Pfund              =  46,7711     Kilogramm

1 Zentner                    = 100 Pfund               =  50               Kilogramm

1 Zollpfund                                                     = 500              Gramm

1 altes Pfund             = 32 Lot                      = 467,711      Gramm

1 Neu-Lot                   = 4 Quentchen            =  50              Gramm

1 Lot (alt)                   = 4 Quentchen            =   14,6116    Gramm

1 Post-Lot                  = 1/30 Zollpfund         =   16,67        Gramm

1 Quentchen              =                                  =     3,6540    Gramm

1 Karat Juwelengewicht                               =     0,205894 Gramm

Großkothof oder Vollköterhof

Zu einem Großkothof gehörten ursprünglich etwa 1 Hufe = 30 Morgen Land. Er wurde von einem Großkotsassen bewirtschaftet. Schon im 17.Jh. hatten Großkotsassen etwa 2 bis 5 Pferde, ähnlich den Halbspännern. Der Name Großkotsasse taucht zum ersten Male in der Schatzordnung des Herzogs Friedrich-Ulrich von 1619 auf.-RZ-

Grundherren

Die ländliche Verfassung unserer Gegend beruhte auf der Grundherrschaft. Die Grundherren der bäuerlichen Äcker, der Höfe und zumeist auch der darauf stehenden Gebäude waren der Landesherr (der Fürst), der Adel, die höhere Geistlichkeit, Stifte, Klöster, Abteien, Kirchen, auch Bürger, vor allem Patrizier in den Städten. Die Bauern mussten gegenüber diesen Grundherren, die auch „Gutsherren“ genannt wurden, eine fortdauernde und weitgehende Verpflichtung zu Diensten (à Hand- und Spanndienste) und Abgaben aller Art, vor allem an Getreide, übernehmen.

Wie die Grundherrschaft entstanden ist, bleibt noch ungewiss.

-RZ-

Grundherrschaft

Die Grundherrschaft bestand zunächst nicht aus zusammenhängendem Grundbesitz, sondern zumeist aus Streubesitz, der für die germanische Grundherrschaft wohl von Anfang an charakteristisch war. Dieser gestreute Grundbesitz bildete sich vor allem in fränkischer Zeit (nach 800) unter Zurückdrängung der wirtschaftlich selbständigen Bauern immer mehr aus: Durch Schenkungen der Könige an die Kirche, an Abteien, Stifte, Klöster und an Genossen, die dem Fürsten zur Gefolgschaft verpflichtet waren. Auch kleiner Grundherren stifteten oft große Teile ihres Grundbesitzes an geistliche Institute. Lagen die Besitzungen nicht allzu weit auseinander, so schuf man gern einen Haupthof mit vier oder mehr Hufen Land, der dann einem Meier übergeben wurde. Dieser Meier, villicus genannt, hatte neben der landwirtschaftlichen Besorgung des Ackerhofes auch die Abgaben der kleineren Landbesitzer desselben Grundherren in der Nähe zu erheben und die Aufsicht über sie zu führen. Diese einem Meierhof zugeordneten kleineren Höfe nennt man Litonenhöfe. Die Hörigen einer solchen Genossenschaft mussten die Haupthufen in der Frone bestellen und von ihrer eigenen Lathufe (etwa 4 bis 30 Morgen Land), die sie daneben selber bestellten, auch einen Zins entrichten, zumeist Naturalien. Sie hatten das Recht auf erblichen Besitz ihres Latgutes und konnten sich nur schwer davon entfernen. Sonst bewirtschaftete der Late sein kleines Bauerngut selbständig und lebte von dem bescheidenen Überschuss mit seiner Familie.

Diese Art der Organisation nannte man Villication. Die Villicationen wurden aber langsam wieder aufgelöst, sich hatten sich wohl nicht bewährt, denn es gab wohl häufiger Streit zwischen den Laten und den Meiern und auch zwischen Meiern und Grundherren. Die Villication wurde durch das -> Meierrecht abgelöst.

-RZ-