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A
Abgaben

an den Landesherren (Herzog) sog Herrschaftsgefälle

Contribution (Steuern); Landschatz(eine Art Grundsteuer); Proviantkorngeld, Vogthafer (für das Pferd des Beamten), Vogtgeld (eine Abgabe für den Gerichtsschutz); Kleiner herrschaftliche Gefälle wie Gänse, Hühner, Eier (sog. Küchentermine). Hand- und Spanndienste (meist zwei Tage die Woche); 4 Tage Burgfesten; Erntebotengeld. Rauchgut: Abgaben aus den Höfen, in denen eine Feuerstelle rauchte.


den Zehntherren

Korn- und Fleischzehten. Der Kornzehnte wird vom Zehntmaler nach der Ernte durch Auszehnten bestimmt. Der Fleischzehnte z.B. jedes zehnte Lamm, eine Gans von einem Haufen, ferner ein Zehnthuhn

den Gutsherren
jährlicher Meirzins in Form von Getreide, Hühnern und Eiern. und auch sog. Hofzins.

Zu diesen Abgaben an den Landesherren, den Zehntherren und den Gutsherren kommen noch Verpflichtungen an die Kirche, den Pfarrer (z.B. Mistfuhren), den Lehrer und Opfermann, an die Gemeindehirten, Bedemund bei Hochzeiten, Weinkaufgeld beim neunjährigen Wiederbemeiern, Zweitbest beim Tode des Meiers und kleinere Gemeindeumlagen. Auch Kirche und Pfarre sind von den Gemeindegliedern in Bau und Besserung zu erhalten. Auch gehören Wegebau im Dorfe, Instandhalten von Brücken über Bäche hinzu.

-RZ-

Ablösung

Vorläufer:

Die französische Verwaltung schaffte in den deutschen Gebieten ziemlich radikal den größten Teil der Reallasten der bäuerlichen Bevölkerung zumeist ohne Entschädigung für die bisherigen Nutznießer ab.

 

Königreich Westphalen:

Mit dem Decret vom 28. Januar 1808 wurden alle aus der ehemaligen Leibeigenschaft herrührenden Lasten aufgehoben (z.B. Bedemund, Zweitbest etc.). Alle übrigen Verbindlichkeiten, die sich aus dem nutzbaren Grundeigentum ergaben, wie Zehnter, Geld- und Naturalleistungen, Hand- und Spanndienste wurden für ablösbar erklärt. In weiteren Decreten wurde die Ablösbarkeit je nach Art zum 16-, 20- oder 25fachen Betrage des jährlichen Durchschnittswertes für die Abgabepflichtigen festgelegt. -RZ-

Ackergüteklassen

Alle vor der Separation vorhandenen Wiesen, Änger, Äcker, Holzungen und Hausgärten wurden in 8 Wertklassen eingestuft, je nach Güte und Entfernung (Weg!) vom Dorfe.  Als Beispiel sei hier nur die Einstufung der Äcker angeführt:

 

          Äcker,          Klasse I         je          Morgen an Wert          160 Ggr.

          Äcker,          Klasse II        je         Morgen an Wert         145 Ggr.

          Äcker,          Klasse III       je         Morgen an Wert         130 Ggr.

          Äcker,          Klasse IV        je         Morgen an Wert        110 Ggr.

          Äcker,          Klasse V         je         Morgen an Wert           75 Ggr.

          Äcker,          Klasse VI        je         Morgen an Wert           45 Ggr.

          Äcker,          Klasse VII       je         Morgen an Wert           20 Ggr.

          Äcker,          Klasse VIII      je        Morgen an Wert            10 Ggr.

 

Diese "Bonität" wurde durch vereidigte "Taxatoren" je nach Lage und Bodengüte festgelegt.  Alle Hausgärten wurden zur Ackerklasse I gerechnet.  Je nach dem Anteil an der bisherigen "gemeinsamen Weide", die ja nun in Fortfall kam, wurde für jeden Viehhalter', auch die Kleinstbauern ohne vorheriges Ackerland., der Wert seiner Weideforderung in Geld festgelegt.  Wo Brinksitzer und Anbauern zu Weiderechten gelangt waren, wurden auch sie in die Neuverteilung mit einbezogen.  Alle diese Werte wurden nun für jeden einzelnen Dorfbewohner einzeln zusammengezählt und ergaben seinen Anteil am zukünftigen Grundbesitz.  -RZ-

Ackerhof, Ackermann

Ein Ackermann bewirtschaftete auf seinem Ackerhof in der Regel 4Hufen = 120 Morgen Land, das  einem oder mehreren >>Grundherren gehörte. Häufig werden für Ackerhöfe auch die Bezeichnung Vollspännerhof oder Vollmeierhof verwendet. >> Meierrecht.

Ein Ackermann hatte in der Regel 4 bis 9 Pferde. 4 Pferde waren zwei Gespanne.-RZ-

Allmende

Mittelhochdeutsch > was allen gemein ist<. In Westfalen und Niedersachsen der Teil der Gemeindeflur, der sich im Gemeineigentum der Dorfgenossen befand, gewöhnlich Weide, Wald und Ödland, von den Markgenossen zur Viehweide, Schweinemast, Holznutzung, Jagd und Fischerei genutzt. Die Allmende-Verfassung und die rechtliche Regelung der Allmende-Nutzung gehen z.T. bis ins 10 Jh. zurück. Seit dem 18. Jh. begann die Auflösung der Allmende ->>Separation

-RZ-

Amtshöfe

Die Amtshöfe waren Großwirtschaftshöfe des Landesherrn, auf denen die Bauern der umliegenden Dörfer ihre Hand- und Spanndienste ableisten mußten. -RZ-

Anbauer

>> Brinksitzer

Anerbenrecht

Im Anerbenrecht ist festgelegt, dass bei der Vererbung von Bauerngütern der nähere Nachkomme vor dem entfernteren, das männliche Geschlecht vor dem weiblichen, das höhere Alter vor dem geringeren den Vorzug hat.

Das Anerbenrecht wirkte der Zersplitterung der Bauerngüter entgegen. Es gab keine Erbteilung.-RZ-

Anger

Anger ist ungepflegtes Grasland, mit Gras, Klee, Kräutern, Büschen und Bäumen bewachsen. Bis zu den Verkoppelungen i. d. R. gemeinschaftlich genutzte Weiden (Gemeindeweide), auf denen die Berechtigten oft das Recht hatten, Bäume für den eigenen Bedarf zu pflanzen. In der Separation wurden die Änger nach Entwässerung i. d. R. zu Äckern umgewandelt, sofern es der Boden zuließ.-RZs-

Assecuranznummer

Ass-Nr. und Brand-Assecurations-Kataster: Sie wurden 1753 im Zuge der Generallandvermessung (GLV) eingeführt.

Auszehnten

Das Auszehnten nahm der Zehntmaler vor.

Aus diesem Anlaß musste das Getreide in Stiegen aufgestellt werden und der Zehntmaler behielt den Zehnten ein.

 -RZ-